Ostersonntag morgen 2020 - Zeit zum Umsteuern

Ich wusch mir gerade die Hände, als es im Nachbarraum laut rumste. Auf der Suche nach der Ursache sah ich den deutlichen Abdruck eines Vogels an der Fensterscheibe. Eine Taube war in Panik vor einem Mäusebussard gegen die unsichtbare Scheibe geflogen. Stolz saß nun der Jäger im Garten auf seiner Beute, die sich das Genick gebrochen hatte.

Ähnlich empfinde ich gerade unsere Situation in der Corona-Krise: Wir sind auf der Flucht vor einer akuten Gefahr und in der Panik lassen uns treiben von den Einschränkungen, die uns auferlegt werden. Womöglich entkommen wir so dieses Mal der Gefahr. Doch in einer Welt, in der wir selbst zum Anstieg der Gefahren immer mehr beitragen, hilft nicht Wegducken. Vielmehr ist es an der Zeit zu handeln und endlich aktiv Maßnahmen zu treffen, die weiterer Verschärfung der Gefahren entgegenwirken und neue Lösungen herbeiführen - wenn wir uns nicht das Genick brechen wollen.

Denn dieses Jahr ist alles anders: Es ist Zeit zum Denken!

Ostersonntagmorgen 2020. Ich schaue aus dem Fenster auf einen strahlenden Frühlingsmorgen mit klarer, kühler Luft. Die rosa Blüten des Kirschbaums vor meinem Fenster wiegen sich sanft im Wind; es ist eine wahre Pracht sie anzusehen. Idyllischer und klischeehafter geht es fast nicht.

Und seit über 10 Minuten läuten nun die Kirchenglocken. Es ist nicht nur der Klang der nahegelegenen Kirche, deren Turmspitze ich gerade noch sehen kann. Vielmehr ist es zur Zeit so ruhig in der Großstadt Düsseldorf, dass ich auch die Glocken vieler weiter entfernter Kirchen hören kann. Eigentlich mag ich Glockenläuten, es bewirkt normalerweise in mir ein Gefühl der Geborgenheit. Doch der Klang so vieler Glocken führt zu einem Missklang, es ist wie bei einem Probealarm der öffentlichen Sirenen, wie ein "Wake-up call". Es löst aktuell ein ganz mulmiges Gefühl in mir aus.

Denn dieses Jahr ist alles anders: In meinem Umfeld wohnen viele ältere Leute mit schönen Gärten; dennoch höre ich dieses Jahr nicht die hellen Stimmen ihrer Enkel auf Ostereiersuche. Trotz des schönen Wetters sind kaum Leute unterwegs; denn wir sind zu Social Distancing aufgefordert. Entsprechend ist die Ruhe, die aus deutlich vermindertem Verkehr entsteht, weil die Wirtschaft stark gedrosselt ist. Und die Drosselung bietet uns allen Zeit - und dringende Gelegenheit!!! - zum Denken.


Es steht Spitze auf Knopf, wie wir diese Andersartigkeit, diese Krise, diesen Wendepunkt nutzen.

Es geht heute darum, ob wir uns der vermeintlichen Ohnmacht hingeben: dass wir als Einzelne ja eh nichts bewirken können und den Mächten ausgeliefert sind. Oder ob wir uns reinhängen, in unserem Wirkkreis die Welt zum Besseren zu verändern.

Denn was ist, wenn wir etwas weiterdenken:

  • Wenn das Corona-Virus nicht "einfach so" entstanden ist, sondern vielmehr ein Zeichen ist, dass wir - in Ignoranz der Konsequenzen - der Natur so nahe gekommen sind, sie so bedrängen, dass Viren, die für Tiere ziemlich harmlos sind, auf uns überspringen und uns existenziell bedrohen?
  • Was ist, wenn das Virus in anderen Ländern, die nicht so reich und komfortabel aufgestellt wie das unsere sind, so wütet, dass es Menschen die Lebensgrundlage dauerhaft entzieht (denn nicht nur uns wird ja eine Rezession bevorstehen)? Wird sich das angesichts globaler Lieferketten, durch Spannungen oder durch Migrationsbewegungen nicht auch irgendwann auf uns auswirken - direkt oder indirekt?
  • Wenn wir das Corona-Virus nur als eine der ersten größeren Krisen ansehen und wir uns darauf einstellen müssen, dass sich angesichts schmelzender Polkappen, Artensterben etc. unsere Erde in Kürze drastisch weiter verändern wird?
  • ...

Wenn wir also so unseren Kopf erheben aus dem täglichen Kleinklein: Dann erkennen wir, dass es geboten ist umzusteuern.

Zumindest, wenn uns daran liegt, dass unsere Kinder (nicht erst die Enkel!!!) noch die Natur, die kulturelle Bereicherung anderer Völker, die Vielfalt der musischen Künste etc. erleben können, die wir aus den Generationen erleben durften, die aktuell die Zukunft unserer Welt aktiv gestalten.

Und es gibt so viel Grund zu vertrauen, dass ein Wandel zum Besseren möglich ist. Dass wir es schaffen können, dass alles gut wird. Denn wir erleben zur Zeit, ...

  • ... wie Wissenschaftler aller Länder plötzlich, ohne Aufforderung, Vorlauf und große Organisation im Netzwerk kreativ zusammenarbeiten, um Lösungen zu finden und bereitzustellen.
  • ... wie Menschen - zumindest im heimischen Umfeld - ganz plötzlich den Wert von Gemeinschaft und gegenseitiger Unterstützung entdecken und unmittelbar praktizieren.
  • ... wie Unternehmen und Verwaltungen das sonst übliche Hickhack und die Grabenkämpfe zur Seite legen und rasch, bereich-, gar organisationsübergreifend und unbürokratisch tun, was nötig ist.
  • ... wie wir als Gesellschaft im Feldversuch (also in der Realität!) erproben, welche Lösungen funktionieren, sorgfältig beobachten und nachjustieren, wo eben nötig.
  • ... wie diejenigen Medien konsultiert werden, die glaubwürdig und nicht effekthascherisch über das Geschehen und Fortschritte auf dem Weg zu Lösungsansätzen informieren.
  • ...

Wer solche Medien des konstruktiven Journalismus aktiv verfolgt, der liest und hört allerortens von unglaublich vielen verfügbaren Lösungen und guten Ansätzen, wie wir die Herausforderungen unserer Zeit Stück für Stück angehen und verändern können. Manche davon sind innovativ und basieren auf neuen Erkenntnissen und - u.a. digitalen - Technologien; andere hingegen wurden schlicht wiederentdeckt als Wissen und Erfahrungen unserer Vorfahren, die wir lange übersehen oder missachtet haben. Es ist an uns, all diese Erkenntnisse und Erfahrungen nun Schritt für Schritt anzuwenden, zu erproben und systemisch zu sehen, wie sie uns in der Neuausrichtung unserer Welt - auch im Kleinen, d.h. im eigenen Leben, im eigenen Umfeld, in der eigenen Organisation - weiterbringen.


Alternativlos in der Gestaltung unserer Welt ist also heute nur noch, dass wir die Veränderungen aktiv angehen müssen, wenn wir uns nicht dem Niedergang fügen wollen!

Was machen diese Überlegungen mit Ihnen? Welche Haltung haben Sie zur Zukunft?

Wie erhalten Sie sich Ihre Handlungsfähigkeit?

Wie sichern Sie die Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit dessen, was für Ihr Leben Bedeutung hat?

Wie beziehen Sie weitere Beteiligte ein? Wie schließen Sie sich mit anderen Betroffenen zusammen?

Und wie kommen Sie so - Schritt für Schritt - ins Tun, in Ihrem Einflussbereich ein Umsteuern hin zu nachhaltigen Praktiken zu bewirken?

Wenn Sie möchten, unterstütze ich Sie gerne in diesem Denkprozess.

Schauen Sie sich doch einfach mein Leistungsangebot an.

Oder nehmen Sie gleich Kontakt zu mir auf für ein Erstgespräch!

 

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